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Mit dem Chinesischkurs in Hongkong Top Artikel

Geschrieben von  Saskia W (21)
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Am 2. Februar 2008 ging es für mich bereits zum dritten Mal, mit dem Chinesischkurs unserer Schule nach Hongkong. Teil unserer Reise war es auch die "Neulinge" unserer Partnerschule der GSIS (German Swiss International School) treffen zu können, die Ende des Jahres zu uns kommen würden.
Inhaltsverzeichnis
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Wir flogen wie immer mit Cathay Pacific und obwohl ich so gut wie nie fliege, ist es für mich die beste Fluggesellschaft der Welt. Man hat seinen eigenen Fernseher mit einer wirklich großen Auswahl guter Filme (auf meinem ersten Flug nach Hongkong habe ich Infernal Affairs gesehen. Der Beginn einer großen Liebe.), bekommt ein "Carepaket" mit Kissen, Decke und anderem kuscheligen Schnickschnack und man kann sich ständig an Instantnudeln und Obst bedienen. Außerdem kann ich nicht verstehen was die Leute gegen Flugzeugessen haben. Das Essen bei Cathay hat mir bisher immer sehr gut geschmeckt und man hat selbst in der Economyclass noch die Möglichkeit aus 3 verschiedenen Menüs auszuwählen. Wir kamen am Morgen des nächsten Tages in Hongkong an und wurden mit dem Shuttle der Jugendherberge vom Flughafen abgeholt und direkt in unser beliebtes "Mount Davis Youth Hostel" gefahren. Für manche mag das Hostel vielleicht heruntergekommen sein, aber wir haben es inzwischen in unser Herz geschlossen, da es doch seinen ganz eigenen Charme hat.

Man sollte einmal ausprobieren sich in der Küche einer chinesischen Jugendherberge zwischen Chinesen zu setzen, sich an MahJjong zu versuchen und so tun als würde man es voll beherrschen. Wenn man dann noch um 0 Uhr nachts komplett ausflippt und Geburtstagslieder trällert hat man die verwirrten Blicke auf seiner Seite. Ja so bin ich ;-)

Wie jedes Jahr kamen wir zu spät, um mit den morgendlichen Shuttlebussen wieder in die Stadt zu fahren. Also ging es zu Fuß den Berg hinab und zum Shun-Tak Center, welches unsere allmorgendliche Anlaufstelle wurde. Auf dem Weg dahin muss man mit der Tram fahren, eines der praktischsten Verkehrsmittel in Hongkong. Jede Linie fährt im Kreis, es ist also nicht möglich sich zu verfahren, weil man doch irgendwann wieder am Anfang rauskommt.

Das Shun-Tak Center ist eine gute Anlaufstelle, da es mit seinen zwei Türmen und den roten Streifen sehr gut zu finden ist. Dort ging es dann jeden Morgen erst mal in den McDonalds, der in Hongkong verdammt gut und günstig ist. Ein Menü kostet dort umgerechnet ca. 2,50€, außerdem verwenden sie weichere Brötchen. Wir gönnten uns allerdings immer die tollen Frühstücksmenüs. Wahlweise Pancakes mit Ahornsirup oder Burger mit Rührei (Ein Frühstücks-Menü kostet ca. 1,50€) und dazu einen "Hash-Brownie", der eigentlich nur ein Kartoffelpuffer ist, es aber dank seinem Namen in unserer Gruppe zu Kultstatus gebracht hat. Auf dem Weg zum "Tempel der 10000 Buddhas" benutzten wir die Fähre und die Metro.

Alle Verkehrsmittel in Hongkong sind mit der Octopuscard bezahlbar. Während wir den bei unserem ersten Aufenthalt 2004 nur für U-Bahn etc. benutzen konnten, konnten wir in diesem Jahr auch bei McDonalds und 7Eleven mit der praktischen Karte bezahlen. Der Tempel der 10000 Buddhas liegt, wie vieles in Hongkong, in einer kleinen Grünoase inmitten der Hochhäuser. Der Berg hinauf ist von großen Buddhastatuen geziert, die alle unterschiedlich sind. Wenn man oben angekommen ist, gelangt man in einen großen Raum dessen Wände komplett mit kleinen Buddhas versehen sind. Angeblich gibt es keine zwei Buddhas in derselben Haltung, wobei ich schwören könnte, dass sie alle gleich aussahen. Auf dem großen Platz stand noch eine große Pagode und auf dem Müllplatz hinter den Gebäuden tummelten sich die Äffchen :D

Unser nächster Anlaufpunkt war der Sik Sik Yuen Wong Tai Sin Tempel, der größte Tempel in Hongkong und meiner Meinung nach auch der Schönste. Weil das chinesische Neujahr kurz bevor stand, war der Tempel voll mit betenden Chinesen. Die Räucherstäbchen die sie in der Hand hielten (es müssen übrigens immer eine ungerade Anzahl sein, mindestens jedoch drei Stück). Die Orangen haben übrigens auch eine besondere Bedeutung, die ich leider nicht genau kenne, aber in vielen Shopping-Malls standen große Orangenbüsche.

Zu dem Tempelbau gehört noch ein großer Garten, der war an diesem Tag leider schon bereits geschlossen. Ich weiß allerdings von einem früheren Besuch, dass sich dort ein großer Teich mit vielen Schildkröten befindet, in den man Geld schmeißt und sich etwas wünscht. Desweiteren gibt es eine Ansammlung kleiner Wahrsagerbuden. Eine Freundin ließ sich dort einst für umgerechnet 30€ aus der Hand lesen und war danach mehr als verwirrt, also sicher nichts für Westler ;D

Es wird wohl noch dieser Abend gewesen sein, dass wir die Symphony of Lights angeschaut haben. Jeden Abend (früher nur mittwochs) verwandelt sich Hongkongs Skyline in ein fantastisches Lichterspektakel, dass vom Museumshafen aus mit Musik untermalt wird. Unglücklicherweise hatten wir wettertechnisch keine besonders gute Woche abbekommen und es war eiskalt, was ich von HK nicht gewohnt war. Die Jahre davor war es immer warm, schwül und sonnig. Doch diesmal musste man sich mit dem Zwiebellook behelfen und nachts föhnten wir unsere Bettdecken, denn eine Heizung gab es in der Jugendherberge nicht und die Decken waren sehr dünn.

Das Aufstehen morgens war auch jedes Mal eine Qual, denn es gab kein warmes Wasser und die Dusche lag, bis auf einige kleine Mauern und Tücher, im Freien.
So ging es am nächsten Morgen wie immer zum ShunTak Center, zum McDonalds und anschließend auf den Western Market, was direkt nach dem Frühstück für manche nicht so angenehm war.
Was für Chinesen normal ist, ist für uns Europäer ziemlich eklig und schockierend: Die Tiere werden dort nämlich noch in Käfigen gehalten und für den Käufer "frisch getötet". Die Vegetarier unter uns waren besonders geschockt.

Anschließend ging es zum Antiquitätenmarkt - eine Straße voll mit kleinen Ständen. Teils sind es echte Antiquitäten, aber auch viele sind für Touristen angefertigte Pseudoantiquitäten. Besonders beliebt sind Dinge die mit Mao bedruckt sind. Kleine "Mao-Bibeln", Uhren, Poster, einfach alles. In der Nebenstraße steht der Man Mo Tempel. Man erklärte mir einst, dass dort die Straßendiebe und Mafiosi hingingen, um für gute "Geschäfte" zu beten. Ein weiterer langer Fußmarsch folgte, auf dem Weg zur längsten Rolltreppe der Welt, die mitten durch Hongkong geht.

Auf einer Plattform zwischen den einzelnen Treppenabschnitten steht ein Automat, an dem man sich jeden Tag einen Bonus für seine Octopuscard abholen kann. Man hält die Karte an den Automaten und bekommt das Geld für eine U-Bahnfahrt aufgeladen. Eine alte Frau hatte einen Stapel mit ca. 100 Octopuskarten in der Hand, um sie alle aufzuladen, sehr gewitzt ;D Zum Abschluss des Tages ging es zum Ferry Pier zur Avenue of Stars, dem Hongkonger Walk of Fame. Sehr beliebt ist dort die große Bruce Lee Statue. Diesmal standen dort auch die Maskottchen der Olympischen Spiele in Riesengröße, die nachts kunterbunt leuchteten.

Dienstag ging es nach dem üblichen Stop im McDonalds einmal nicht nach Kowloon sondern wir blieben auf Hongkong-Island. In der Nähe des ShunTak Centers ist ein altes Gebäude was früher einmal das größte Kaufhaus war, nun scheint da niemand mehr etwas zu verkaufen. Dort findet sich übrigens auch die deutsche Bäckerei "Das Gute". Wir gingen spontan in ein Geschäft und fragten den etwas überrumpelten Verkäufer nach den Vogelnestern, die man zurzeit überall kaufen konnte. Er erzählte uns, dass die Nester speziell gezüchtet werden und aus irgendwelchen Körperflüssigkeiten der Vögel bestehen. Die Farbe der Nester ändert sich demnach nach dem Essen, dass der Vogel vorher zu sich genommen hat. Die Nester werden verschieden zubereitet, man kann z.B. Suppen aus ihnen machen. Sie sollen ein längeres Leben bescheren. Die Vogelnester sind eine sehr besondere Spezialität und werden nur zu äußerst speziellen Anlässen gemacht, sehr gerne zum Chinesischen Neujahr. Der Preis für diese Delikatesse kann sich auch sehen lassen: Zwischen 500-1000 US-Dollar kann so eine Packung kosten. Also nur etwas für die betuchten Chinesen.

Nachdem wir durch weitere Marktstraßen gezogen waren, ging es mit der Fähre auf einer der umliegenden Inseln, nach LamMa. Dort wandert man über die komplette Insel, um irgendwann in einem anderen Hafen anzukommen und wieder zur Innenstadt zurückzukommen. Und das ist eine Tageswanderung. Es geht Berge rauf und runter und irgendwo in diesen verlassenen Gegenden stehen tatsächlich vereinzelte Häuser oder kleine "Dörfchen". Teilweise unzumutbare Zustände, man fragt sich wie das Leben dort möglich ist. Diese Orte haben mich immer am Meisten fasziniert. Während in der Innenstadt alles bunt leuchtet und überfüllt ist, leben hier die Menschen mitten in der "Pampa" und haben ganz eigene Wege gefunden sich das Leben zu erleichtern. Auf LamMa gibt es übrigens auch einen Strand. Das Wetter war wie vorher beschrieben sehr kalt und windig. So sahen wir einige Chinesen dort ihre Drachen steigen lassen :D

Nach mehreren Stunden kommt man wieder in einem Hafen und einem etwas größeren Dorf an. Weil wir noch eine Stunde auf unsere Fähre zu warten hatten, aßen wir in einem Meeresrestaurant.

Wieder wurden die Tiere frisch zubereitet. Wir kamen vorher an einem Aquarium vorbei, lachten und zeigten auf einen Fisch, der ziemlich dämlich aussah. Später wurde uns genau dieser Fisch serviert ... Bei manchen Sachen wusste man nicht einmal was es ist und man sollte beim Essen die Augen schließen. Es schmeckte alles sehr gut, bis auf mein ominöses Getränk, es sah nur verdammt scheußlich aus.Mit der Fähre ging es nach dem Essen nach Aberdeen und anschließend mit einer langen Busfahrt zurück zum ShunTak Center. Unterwegs kamen wir auch an einem Platz vorbei, an dem die Rentner die Käfige mit ihren Vögeln aufhängen, damit diese zusammen singen können :D

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