In der Veranstaltung geht es um Grundlagen der Nachrichtentechnik, das Thema heißt „Signale und Spektren“. Zur ZUST besteht ein langjähriger Kooperationsvertrag mit der Ostfalia in Wolfenbüttel. Im jährlichen Rhythmus kommen junge chinesische Studierende nach einer Auswahlprüfung in China an die Ostfalia zur Fortsetzung ihres Studiums. Sie haben dann bereits vier Semester studiert und in dieser Zeit intensiven Deutschunterricht in China durchlaufen.
Das Besondere an der jeweils im Herbst durchgeführten Gastlehrveranstaltung ist die Integration von praktischen Laborübungen. Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass in diesem Bereich noch zusätzliche Anstrengungen nötig sind, um eine fließendere Eingliederung der chinesischen Gaststudierenden in das weitere Studium an der Ostfalia zu gewährleisten.
Hervorzuheben ist dabei, dass für diese praktischen Übungen Dipl.-Ing. Wilhelm Noack als Laborleiter und 4 Studierende der Ostfalia als Tutoren mit nach Hangzhou kamen. Zwei dieser Tutoren sind jeweils chinesische Gaststudierende aus Hangzhou, die bereits seit mehreren Semestern in Wolfenbüttel studieren.
Neben dem theoretischen Vorlesungsteil wurden parallel im Labor Informationstechnik der Fakultät Elektrotechnik der Ostfalia in der Vergangenheit fünf verschiedene praktische Hardware-Experimente entwickelt und in sechsfacher Ausfertigung aufgebaut und in Betrieb genommen. Während sich die deutschen Studierenden vornehmlich um die Erstellung der Baugruppen kümmerten, waren die beiden chinesischen Tutoren mit der Übersetzung der Vorlesungs- und Laborunterlagen befasst. Die Veranstaltung wird zwar in deutscher Sprache präsentiert, jedoch werden zur Erleichterung des Verständnisses die Unterlagen auch in chinesischer Übersetzung vorgehalten.
Die Durchführung und der Zuschnitt dieser Veranstaltung stößt bei den chinesischen Studieren in Hangzhou nicht nur auf großes Interesse, sondern erweist sich als hervorragende Plattform, um die Gespräche und den intensiven fachlichen Erfahrungsaustausch in Gang zu setzen. Nicht zuletzt durch die vier studentischen Tutoren ist der Zugang zu den Teilnehmern der Veranstaltung von Anfang an sehr viel familiärer, Gespräche finden auf direkter Ebene der Studierenden leichter statt und die Hemmschwelle für Nachfragen und Anmerkungen der chinesischen Studierenden wird dadurch merkbar gesenkt. Es ist deutlich zu spüren, dass hier im besten Sinne eine Internationalisierung des Studiums auf Arbeitsebene gelebt wird.
In direkten Reaktionen der Professoren von der Zhejiang University of Science and Technologie sowie der dortigen Deutschlehrer, die sehr intensiven Kontakt mit ihren dortigen Schülern pflegen, konnte die Wolfenbütteler Delegation bisher ein überaus positives Echo und den Dank der Partnerhochschule in China mit nach Hause bringen. Die Gastgeber sind außerordentlich interessiert daran, in dieses Angebot auch die chinesischen Studenten einzubeziehen, die nicht im chinesisch-deutschen Austauschprogramm an der ZUST studieren.
Mit großartigen Eindrücken und vielen guten Wünschen der Gastgeber und chinesischen Studierenden versehen erreichte die sechsköpfige Delegation der Ostfalia nach dem letzten Besuch im Oktober 2009 wieder die Heimat. Besonders durch die Teilnahme der studentischen Tutoren kam auch diesmal wieder ein besonders positiver Aspekt in der Ausgestaltung der Kooperation der ZUST mit der Ostfalia zum Tragen, durch den die Integration der deutschen und chinesischen Studierenden maßgeblich verbessert wurde.
