In tiefer Nacht geschrieben
| 0.0 | 2.0 (1) |
Detaillierte Informationen
| Autor | Lu Xun |
| Genre | Erzählungen |
| Verlag | Reclam |
| Seitenzahl | 302 Seiten |
| Einband | Broschur |
| Übersetzer | Yang Enlin und Konrad Herrmann (aus dem Chinesischen) |
| ISBN | unbekannt |
Weiterführende Links
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| Deutsche Nationalbibliothek | http://d-nb.info/861144074 |
Lu Xun (1881 - 1936)
"Seine Werke sind das Beste der chinesischen Literatur aus den schweren Jahren des revolutionären illegalen Kampfes. Sein Einfluss auf die Intelligenz, besonders auf die Studenten, war ganz ungewöhnlich. Sein Einfluss unter den Massen war nur deshalb geringer, weil über neunzig Prozent der Bauern, Arbeiter und Kulis nicht lesen konnten. Seine klugen, wunderbar schlichten Erzählungen aus dem Dorfe haben mich, als ich sie vor fünfzig Jahren in China las, sehr bewegt. Hier war ein Schriftsteller, der das Volk liebte und für das Volk kämpfte. Der 'Gorki Chinas' dachte ich, ohne zu wissen, dass er von vielen so genannt wurde.
Die amerikanische Schriftstellerin und Revolutionärin Agnes Smedley hatte mich im Jahre 1931 gebeten, Bücher aus dem deutschen Malik-Verlag für eine Zeitschrift, die Lu Xun herausgab, zu rezensieren. Ich wurde zu Lu Xun eingeladen. Seine Werke verehrte ich, aber bereits als Dreiundzwanzigjährige hatte mich die Erfahrung gelehrt, Bewunderung für das, was Künstler schufen, nicht blind auf ihre Person zu übertragen. Wahrscheinlich hat sich dieser erste Besuch mir unvergeßlich eingeprägt, weil es keinen Widerspruch, keine Kluft zwischen dem Werk und der Persönlichkeit gab" (Ruth Werner).
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Benutzerkommentare
Durchschnittliche Bewertung von: 1 Benutzern
Politisch - keine Belletristik
ja, was hatte ich nicht schon alles Gutes gehört über Lu Xun - gerade von chinesischen Freunden, ich müsse unbedingt mal etwas lesen von ihm lesen...
Nun, das habe ich nun gemacht und bin doch enttäuscht. Vielleicht waren auch einfach meine Erwartungen zu hoch...
"In tiefer Nacht geschrieben" ist eine Zusammenstellung von Novellen, Essays, Kurzgeschichten und Briefen, welche vornehmlich die Wirrnisse der neugegründeten Republik (ab 1911) und die Benachteiligung der einfachen Bevölkerung thematisieren. An sich sehr interessanter Stoff - siehe etwa die Geschichten Loa Shes, welcher sich ebenfalls mit dem Schicksal "des kleinen Mannes" befasst. Allerdings verharrt Lao She dabei in der Position eines neutralen Beobachters/Berichterstatters, Lu Xun hingegen positioniert sich als Fürsprecher des gemeinen Volkes, gegen die Profiteure bestehender feudaler Strukturen. Da dies nur indirekt möglich war, bedient er sich (wie das sehr hilfreiche Nachwort zu erklären weiß) Motiven, die nur durch tiefe Kenntnis des chinesischen Zeitgeschehens verständlich sind. Da mir dies fehlte, blieben die Novellen, Essys usw. für mich unverständlich - lediglich einige nacherzählte alte Mythen trafen fand ich lesenswert, wenngleich ich die Brücke zur damaligen politischen Lage nicht zu schalgen vermochte.
Dafür, und für das nützliche Nachwort gibt's (gerade so) 2 Sterne...

