Tag der Arbeit in China – Gastbeitrag
Einen sonnigen 1. Mai allseits, in den hoffentlich ausgelassen rein getanzt wurde!?
Der Tag der Arbeit wird am 1. Mai nicht nur in Deutschland “gefeiert”, sondern in der Ganzen Welt. Und natürlich auch in China. Das dieser Nationale Feiertag von Deutschen und Chinesen nicht gleich begangen wird, wird wohl jeder vermuten. Doch wie sieht der Tag der Arbeit in China aus?
Uns bei dieser Frage ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, ist eine engagierte chinesische Studentin aus der Universitätsstadt Tübingen bemüht. Ke Qin, so heißt sie, studiert Jura und schreibt aktuell an ihrer Magisterarbeit. Nebenher möchte sie zudem über ihre chinesische Kultur informieren. Und daher hat Ke Qin uns – aus aktuellem Anlass – ihre ganz persönlichen Gedanken und Erfahrungen zum internationalen Tag in einem Bericht geschickt, der als Gastbeitrag den Weg in unseren Blog gefunden hat.
Vielen, vielen Dank dafür, liebe Ke Qin, im Namen des ganzen ChinaPoint-Teams! Toi, toi, toi für deine Magisterarbeit und, falls du zwischendurch mal wieder einen Moment Zeit hast, über weitere interessante Gastbeiträge von dir würden wir uns sehr freuen
Der Tag der Arbeit in China
(ganz persönlicher Bericht von Ke Qin)Diesen Sonntag ist der 1. Mai und auch der internationale Tag der Arbeit. Dieser Tag hat in Deutschland nicht allzu viel Bedeutung, denke ich. Doch ist er in den Augen der Chinesen gleichbedeutend mit Ferien, für die viele lange vorher schon Pläne machen.
Die meisten Leute bleiben mit der Familie zu Hause, einige machen Reisen zu weit entfernten Orten. Früher haben die Chinesen zum Tag der Arbeit siebentägige Ferien gehabt. Jetzt hat die Regierung den Ferienplan geändert. Einige Feiertage werden an das traditionelle chinesische Neujahrsfest drangehängt, wie das Drachenbootfest oder das Totenfest, um traditionelle Kultur zu propagieren. Ehrlich gesagt ist für mich egal, welche Bedeutung solche Tage genau haben. Nur Ferien zum Essen und Schlafen, das ist wichtig. Keine Vorlesungen zu haben ist schon genug. Normalerweise fahre ich an nationalen Festtagen nicht zu anderen Orten, weil es überall viele Touristen gibt. Ich liebe das Zusammensein mit der ganzen Familie, das gute Schlafen und das Essen von meiner Großmutter zu genießen, mehr.
An diesem Ferientag kann ich nicht nach Hause fahren, ich bleibe in Deutschland und schreibe an meiner Magisterarbeit. Die ganze Familie viele gute Speisen haben, leider kann ich hier nicht mein Lieblingsessen genießen. In Deutschland muss ich selber machen, was ich mag. In China habe ich schon viel Kocherfahrung gesammelt, aber ich brauchte sie nicht. Zu Hause kocht immer meine Mutter oder meine Großmutter für mich und als Bachelor-Studentin bin ich jeden Tag in die Mensa gegangen. In China ist die Mensa, genau wie Supermärkte, jeden Tag geöffnet. Oder ich war mit einigen Freunden in kleinen Restaurants in der Nähe der Uni, um zusammen besondere Gerichte zu essen. Hotpot (Feuertopf) gehörte dort zu meinen Lieblingsessen. Für mich war immer die gemeinsame Zeit mit den Freunden wichtig, nicht nur das gute Essen. Aber hier in Deutschland muss man meistens selber kochen, weil die Mensa oft geschlossen ist. Genau wie dieses Wochenende, ich muss wieder selbst kochen. Aber das ist auch nicht schlecht, dann kann ich selber entscheiden, was ich mache und wie ich koche.
Wenn ich in den Sommerferien nach Hause fahre, wird meine Mutter bestimmt das Niveau meiner Kochkünste loben. Darauf freue ich mich, denn ich möchte zeigen, dass ich für mich selber sorgen kann. Allerdings werde ich in den Augen meiner Eltern immer das Kind bleiben.
Den Tag der Arbeit für meine Magisterarbeit zu nutzen, das ist auch ein sinnvoller „Tag der Arbeit“.


